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DJ-Datenbanken: 134.147 Profile bei Resident Advisor

Eine DJ-Datenbank ist eine öffentliche Namensliste: DJ, Ort, oft Lineup, oft Mix. Die größte lebende Club-Datei ist Resident Advisor. Attack Magazine zählte darin am 26. Mai 2025 genau 134.147 Artist-Profile. Berlin allein: 12.829. Stand dieser Akte: 8. September 2026.

Eine amtliche Weltliste der DJs gibt es nicht. Die Szene teilt sich in Club und Electronic, in Event und Hochzeit, in Mix-Archive und in Buchungskataloge. Jede Schicht hat ihre eigene Datei. Die Dateien sprechen kaum miteinander.

Was ist eine DJ-Datenbank?

Vier Jobs, die oft denselben Namen tragen.

  1. Club-Graph. Artist, Venue, Promoter, Event, Lineup. Das ist RA.
  2. Rangliste. Votes oder Streams. Das ist DJ Mag Top 100 und DJ Rankings.
  3. Mix-Archiv. Set, Tracklist, Datum. Das ist MixesDB und 1001Tracklists.
  4. Hire-Katalog. Hochzeit, Firma, Geburtstag, Preis. Das ist Eventzone, Djaayz, GigSalad.

Wer „alle DJs der Welt“ sucht, landet in Job 1 oder Job 4 und merkt erst spät, dass der andere Job fehlt.

Welche DJ-Listen gab es vor dem Internet?

Die erste industrielle DJ-Datei war keine Website. Sie war ein Record Pool.

Am 2. Juni 1975 trafen sich in David Mancusos Loft in New York Disco-DJs, darunter Walter Gibbons, Larry Levan und Tee Scott. Sie schrieben eine Declaration of Intent: Austausch zwischen Labels und Club-DJs, Mitgliedschaft 2 Dollar. Ende der 1970er liefen über 30 Pools. Labels schickten Promos an rund 3.500 DJs in diesen Pools. Quelle: Record pools.

Parallel entstanden die Club-Charts, die DJs namentlich führten, ohne sie als Personen-Register zu meinen.

Billboard startete Disco Action am 26. Oktober 1974, zuerst als New-York-Club-Top-10, erste Nummer eins: Gloria Gaynor, „Never Can Say Goodbye“. Record Mirror hatte die Disco-Kolumne schon am 21. September 1974. James Hamilton übernahm sie am 28. Juni 1975 und baute daraus die britische Disco- und Club-Chart-Datei, zeitweise 90 Plätze plus Breakers.

Billboard druckte dazu Disco Sourcebooks. Die Ausgabe Juni 1980 befragte über 3.500 Discotheken. Das ist ein Clubfile mit DJ-Spalte, auf Papier, vor dem Web.

Welche Magazine haben DJs gelistet?

Die Magazine waren die öffentlichen Listen, bevor es Profile gab.

Mixmag erschien am 1. Februar 1983 als 16-seitiges Schwarz-Weiß-Heft der Disco Mix Club, Cover: Shalamar. Daraus wurde das britische Club-Magazin.

Groove startete im Dezember 1989 in Frankfurt, Gründer Thomas Koch (DJ T.). Die ersten DJ-Charts schrieb Sven Väth. Um 2000 hatte das Heft rund 200 Seiten und bis 100.000 Auflage. Print endete 2018 nach 175 Ausgaben, online läuft es weiter, die DJ-Charts auch 2026.

DJ Mag erschien im Mai 1991. Die Top-100-Liste kam in Ausgabe 100 am 21. Oktober 1993, noch von der Redaktion. 1997 öffnete das Magazin die Abstimmung: 700 Briefstimmen, Carl Cox auf Platz 1. Danach wurde die Liste ein globales Vote, 2016 über eine Million Stimmen (Attack über den DJ-Mag-Film). Das ist eine Rangliste, kein Register. Wer nicht campaigned, steht nicht drin.

Berlin hatte De:Bug von 1997 bis 2014: Electronic plus Medien, näher am Club als am Superstar-Vote. Spex war Pop-Diskurs, keine DJ-Datei.

Welche internationale DJ-Datenbank kam zuerst ins Netz?

The DJ List sitzt in Orlando und datiert auf 1997 (Tracxn). Der Claim war „world’s largest DJ directory“. Das Internet Archive zeigt am 3. Juli 2007 die Zeile „Top Ten DJs out of 160,383 Total DJs“. Die Site lebt, die Mitte der Szene ist sie nicht mehr.

Vier Jahre später kam die Datei, die den Club-Graph übernahm.

Resident Advisor: die lebende Club-Datei

Resident Advisor ging am 10. August 2001 in Sydney online, Paul Clement und Nick Sabine, je 400 australische Dollar Startgeld. 2006 Vollzeit in Großbritannien, 2007 Büro in Berlin. Wikipedia: Resident Advisor. Guardian 2016: drei Millionen Unique Visitors im Monat, eine Million davon in Großbritannien.

RA Pro nennt später 6 Millionen Nutzer im Monat, 66 Millionen Unique im Jahr, 202 Länder (RA Pro, Artist-Guide).

rave.report rechnet an RA-Events 2003 bis 2025: 3,5 Millionen Events gesamt, 423.979 allein im Jahr 2025. Berlin: 366 Events je 100.000 Einwohner, London 182.

Attack Magazine las die Artist-Datei am 26. Mai 2025 (The 1% Reality):

Resident Advisor, Artist-Profile, 26. Mai 2025
SchnittZahl
Profile weltweit134.147
Mindestens ein zukünftiger Gig21.351 (16 %)
20+ Karriere-Gigs und aktiv14.327
Fünf oder mehr upcoming Shows2.175 (1,6 %)
London, Profile / aktiv / 5+14.284 / 2.691 / 397
Berlin, Profile / aktiv / 5+12.829 / 2.657 / 393
Amsterdam, Profile / aktiv / 5+2.883 / 643 / 131

London, Berlin, Amsterdam: 29.996 Profile, rund 25 Prozent der RA-Datei in drei Städten.

Acta hat am 8. September 2026 drei öffentliche RA-Berlin-Seiten gelesen, nicht die ganze Datei. Sichtbar in den Next.js-Payloads:

RA ist die dichteste öffentliche Club-Kalender-Datei. Sie ist kein kuratiertes Berliner Clubfile und kein Hochzeitsregister.

Mix-Archive und Tracklisten

MixesDB startete am 16. Dezember 2006. Crack Magazine zählte vor der Abschalt-Ankündigung Juni 2024 mehr als 280.000 Mixe, 15.000 Charts, über 4.680.000 Track-Einträge. Der Code sollte sterben, die Datei überlebte als Mixes.wiki und wieder unter mixesdb.com. Die Startseite nannte später 346.948 Mix-Seiten. Das ist eine Set-Datenbank, kein Booking-Verzeichnis.

1001Tracklists macht denselben Job schneller und größer, mit weniger Handkuratierung. Mixcloud und SoundCloud speichern Audio. Discogs speichert Releases. Keines von beiden ist eine DJ-Akte.

Rankings, Hire-Kataloge, Wikipedia

DJ Rankings zeigt eine „Top 20k“ und Länderseiten (USA 4.872 DJs, UK 1.826, Deutschland 1.485, Stand der Länderseite). Die Methodik ist die des Betreibers, kein Census.

DJ INDEX sortiert nach Spotify-Listenern. Calvin Harris führte das UK-Board in der Woche zum 7. September 2026 mit 79,8 Millionen monatlichen Listenern. Streaming ist nicht Club.

Wikipedia, List of DJs und die Nationalitätslisten sind unvollständig und redaktionell. Gut zum Anker, schlecht als Inventar.

DJ.COMMUNITY ist ein freies Directory plus Presskit, Ziel: Underground und Electronic. Eine öffentliche Zählung der Profile lag bei dieser Recherche nicht vor.

Global DJ List ist eine jüngere Discovery- und Monetarisierungsfläche. Die öffentliche Startseite zeigte 53 DJs, 34 Tracks, 25 Mixes. Das ist Pre-Register, keine Weltliste.

Hire-Kataloge listen DJs, die du für eine Feier buchen kannst. Djaayz wirbt mit über 4.000 verifizierten DJs in Großbritannien. GigSalad und The Knot sitzen auf US-Hochzeit und Event. Eventzone Berlin zeigte 295 DJs für das Bundesland, in der Trefferliste sitzen auch Profile außerhalb (Chemnitz). Das ist ein Marktplatzfilter, keine Szene-Akte.

Welche DJ-Datenbank gilt für Berlin?

Club und Electronic: RA Berlin. 1.798 upcoming Events am 8. September 2026. Attack: 12.829 Berliner RA-Profile, 2.657 davon mit mindestens einem zukünftigen Gig.

Clubs als Verband: Clubcommission Berlin, 250 bis 350 Mitglieder (Clubs, Veranstalter, Bars, Festivals, Personen). Keine öffentliche Mitgliederliste. Das ist die Größenordnung eines echten Clubfiles, nicht RA 2.327 Venues.

Partyportale daneben: nightlife030, berliner.party, rausgegangen.de, tip-berlin.de. Dünner als RA, gemischt mit Konzert und Comedy.

Event und Hochzeit: Eventzone, Eventartists, EVELY, Das Telefonbuch. Andere Nachfrage, andere Datei.

Die Berliner Datei dieser Site: Acta Noctis, Verzeichnis.

Internationale DJ-Datenbanken, verlinkt

Quellen, Stand 8. September 2026
DateiJob
Resident AdvisorClub-Graph, Events, Artists, Clubs, Promoter
The DJ ListWeb-Directory seit 1997, 160.383 Profile im Snapshot 2007
DJ Mag Top 100Jährliches Vote, seit 1997 öffentlich
MixmagMagazin seit 1983, Listen in Heften, kein Register
GrooveDJ-Charts seit 1989
MixesDBSet- und Tracklisten-Archiv seit 2006
1001TracklistsTracklisten, Tempo vor Handkuratierung
DJ RankingsLänder- und Genre-Ranking, Top 20k
DJ INDEXRanking nach Spotify-Listenern
DJ.COMMUNITYFreies Directory plus Presskit
Global DJ ListDiscovery, klein, Pre-Register
Wikipedia List of DJsRedaktionelle Namenslisten
DjaayzHire, UK-lastig
EventzoneHire, DE Event und Hochzeit
GigSaladHire, US
The KnotHire, Hochzeit US
ClubcommissionBerliner Clubverband, kein Eventfeed
rave.reportAuswertung der RA-Eventhistorie
Acta NoctisBerliner DJ-Akte, Filter, Anfrage
Fakten-Tabelle
FaktRA: 134.147 Artist-Profile, 26. Mai 2025. Attack Magazine, The 1% Reality.
FaktRA Berlin: 12.829 Profile, 2.657 aktiv. Dieselbe Quelle.
FaktRA Berlin upcoming: 1.798 Events am 8. September 2026. Acta-Sichtung der öffentlichen Eventseite.
Faktrave.report: 3,5 Mio. RA-Events 2003 bis 2025, 423.979 im Jahr 2025.
FaktThe DJ List: 160.383 DJs auf der Startseite, Wayback 3. Juli 2007. Gründung 1997 (Tracxn).
FaktDJ Mag Top 100 öffentlich seit 1997, 700 Briefstimmen, Carl Cox Platz 1. Redaktionsliste ab 21. Oktober 1993.
FaktBillboard Disco Action ab 26. Oktober 1974. Record-Pool-Modell ab 1975, rund 3.500 DJs in Pools Ende der 1970er.
HypotheseDie 134.147 RA-Profile sind ein Club-Census plus Altlast, keine Zahl „aller DJs“. Sicherheit hoch: Attack selbst setzt aktiv auf 16 %. Sicherheit niedrig für die weltweite Grundgesamtheit außerhalb von RA.
HypotheseEin kuratiertes Berliner Clubfile liegt näher bei 150 bis 250 Betriebs-Clubs als bei RA 2.327 Venues. Sicherheit mittel, Clubcommission 250 bis 350 Mitglieder inkl. Nicht-Clubs.
Gerücht„The DJ List ist die größte DJ-Datenbank der Welt.“ Marketingformel von 1997, 2026 nicht mehr die Mitte.
Gerücht„Ein DJ in Berlin kostet 300 EUR.“ Unbelegt. Preisliste in dieser Datei: Friedenstern / DJ Pool Berlin ab 695 EUR, siehe Was kostet ein DJ in Berlin?.

Recherche-Stand 8. September 2026. Filter im Verzeichnis.